Die Kunst des Loslassens: Wie uns Flexibilität und Vertrauen zu neuen Chancen führen

Legst Du Dir immer Plan B (C, D, E, …) zurecht? Versuchst Du, alles immer so zu lenken, dass es gut gehen wird? Fühlst Du Dich nur wohl, wenn alles seinen gewohnten Gang geht und Du zu wissen glaubst, was auf Dich zukommt?

Bei mir ist das oftmals so. In meinem Freundeskreis wird schon immer geschmunzelt, wenn ich mit meinen Checklisten und Plänen anrücke. 😉
Ja, ich bin strukturiert und liebe es zu planen. Aber es ist gewissermaßen auch ein Schutz oder eher ein Kontrollmechanismus. Indem ich plane, glaube ich, vorbereitet zu sein. Es gibt mir ein Gefühl von Sicherheit.

Und wenn es dann anders kommt als gedacht? Tja… bisher war das ein Thema für mich. Es hat mich unruhig gemacht – trotz meiner Alternativpläne. Wenn etwas anders lief als geplant, hat es mich unheimlich gestresst. Doch daraus ist folgende Erkenntnis gewachsen:

Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich!

Wenn ich also einen Schritt aus meiner Komfortzone gehe und es trotz meiner Pläne und Checklisten anders kommt, dann eröffnen sich mir unendlich viele Möglichkeiten. All das, was ich in meinen Plänen B bis D gar nicht berücksichtigen konnte, weil ich es nicht wissen konnte und es schlichtweg nicht für möglich gehalten hatte, ist plötzlich da.

Je häufiger ich diese Erfahrung mache, desto leichter fällt es mir, loszulassen. Ich meine damit nicht, kopflos durch die Gegend zu laufen, sondern trotz guter Planung gelassen darauf zu vertrauen, dass es gut werden wird. Und wenn nicht, dann ist es okay und kein Weltuntergang. Frage Dich doch einmal, was schlimmstenfalls passieren kann. Meist ist das gar nicht so schlimm, wie unser Kopf es uns weismachen möchte.

Auch wenn dieser Satz echt abgedroschen klingt: Das Leben steckt voller Überraschungen. Keine noch so detaillierte Planung kann alle Eventualitäten abdecken. Das Leben ist unberechenbar, und das ist auch gut so. Es hält uns auf Trab, bringt Abwechslung und sorgt dafür, dass wir uns weiterentwickeln.

Die Illusion der Sicherheit

Diese Form von „Abwechslung“ hatte ich vor einigen Jahren bei einem beruflichen Termin. Es ging um eine wichtige Präsentation, auf die ich mich lange vorbereitet und bei der ich alles durchdacht und geplant hatte – inkl. Technikcheck am Vortag. Es kam, wie es kommen musste: Die Technik streikte und meine ausführliche Planung war dahin.

Das war der Moment, indem mir die Panik den Rücken hochkroch und mir der Schweiß ausbrach. Meine Gedanken rasten und ich war im ersten Moment wie erstarrt. Was nun???
Doch dann erinnerte ich mich an meine Erkenntnis: Wenn nichts sicher ist, ist alles möglich. Statt der Panik zu viel Raum zu geben, holte ich tief Luft und überlegte, welche Möglichkeiten mir zur Verfügung stehen.

Also, schnappte ich mir ein paar Teilnehmer und zusammen bauten wir Flipcharts und Metaplanwände auf und ich fing an zu improvisieren. Mein Thema kannte ich in- und auswendig, nun hieß es also: Spontan und flexibel sein und das Beste aus der Situation machen. Zu meiner Überraschung wurde aus der technischen Panne ein echter Erfolg. Die Teilnehmer waren begeistert davon, dass das Ganze interaktiver war als eine reine Präsentation am Bildschirm und brachten sich mit ihren Ideen und Meinungen so intensiv ein, dass am Ende ein wirklich guter Austausch stattfinden konnte.

Vertrauen in sich selbst

Mir hat diese Situation mal wieder gezeigt hat, wie wichtig es ist, sich nicht starr auf etwas zu fokussieren, sondern sich bewusst einen gewissen Spielraum offen zu halten. Sicherheit ist in vielen Lebenslagen oft nur eine Illusion. Wir können planen, uns vorbereiten, die verschiedenen Varianten durchdenken – doch letztlich kommt es wie es kommt.

Wichtig sind daher der Glaube an uns selbst und an unser Können, ein gewisses Maß an Flexibilität und Kreativität, sowie die Zuversicht, dass uns der neue – ungeplante – Weg auch ans Ziel führen wird.

Seitdem plane ich mir immer mal wieder ein, spontan zu sein. Klingt paradox? Für mich nicht. 😉

Ich liebe es, zu planen und zu organisieren und das wird sich nicht grundlegend ändern. Aber ich erlaube mir immer mal wieder, an gewissen Tagen spontan auf das zu reagieren, was kommt – von außen oder auch aus mir heraus. Aus meiner Intuition. Und dann mache ich genau das, was auf mich zukommt und reagiere ungeplant auf das, was sich ergibt.

Diese bewusste Balance zwischen Planung und Spontanität ermöglicht es mir, den Herausforderungen des Lebens offen und flexibel zu begegnen. Ich habe gelernt, dass es nicht immer einen Plan B, C oder D braucht, um erfolgreich zu sein. Manchmal hilft uns gerade das Improvisieren und Annehmen des Unerwarteten. Es führt uns zu neuen und überraschenden Erfahrungen.

Also möchte ich auch Dich dazu ermutigen: Geh raus aus Deiner Komfortzone! Öffne Dich für das Unvorhergesehene und vertraue darauf, dass es Dir neue Möglichkeiten und Chancen bieten wird.


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